Für eine sichere Gemeinde

Löschwasserversorgung nicht gesichert

Im Sommer 2018 wurde bei der durch den Zweckverband Wismar durchgeführten Überprüfung der Leistungsfähigkeit unserer Hydranten festgestellt, dass die Löschwasserversorgung in den Ortsteilen Warnkenhagen, Groß Tessin und Strameuß nicht gesichert ist, da in der vorgegebenen Zeit nicht genug Wasser entnommen werden kann.

Gemeinsam unternahmen die Gemeinde und unsere Freiwillige Feuerwehr umfangreiche Prüfungen für praxistaugliche Möglichkeiten zur Sicherung einer ausreichenden Löschwasserversorgung in allen Ortsteilen.

Verschiedene Lösungsansätze wurden diskutiert:

Pendelverkehr als Lösung?

Gemäß der Berechnung der Landesfeuerwehrschule BW zur Leistungsfähigkeit des Pendelverkehrs werden für eine Löschwasserversorgung von 800 l/min im Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen (Tankinhalt 2.000 Liter), einer Fahrzeit von der Wasserentnahme zur Einsatzstelle von 10 min, einem Füllstrom an der Entnahmestelle von 800 l/min und einer Rüstzeit an der Einsatz- und Entnahmestelle von 8 Minuten rechnerisch 14 Tanklöschfahrzeuge benötigt. Das gesamte Amt Neukloster-Warin verfügt nicht über so viele Fahrzeuge!

Löschwasserteiche

In einer Fachinformation vom LandesFeuerwehrVerband Bayern zur Planung von Löschwasserversorgungseinrichtungen aus Sicht der Feuerwehr heißt es: „Löschwasserteiche haben sich in der Vergangenheit aufgrund des in der Folge erheblichen Pflegeaufwandes und der Verkehrssicherungspflicht durch die Gemeinde grundsätzlich nicht bewährt„.

Groß Tessiner See

Zwar hat Groß Tessin einen See, aber die Aufstellung und der Einsatz der Pumpen wird durch die Begebenheiten am Ufer erheblich erschwert.

Eine Lösung wurde gefunden

Durch die weitläufige Bebauung in den Ortsteilen und die hohe Anzahl von Ausbauten bedingt, wurde schließlich entschieden, dass zur Sicherung der Löschwasserversorgung ein Löschwasser-Tank-Kfz mit einem Tankvolumen von 21.000 l angeschafft werden muss.

Die Gemeindevertretung hat darauf den einstimmigen (!) Beschluss zur Anschaffung des Fahrzeugs inklusive entsprechender Zusatzausrüstung und der Errichtung einer Fahrzeughalle gefasst.

Am 29.04.2019 wurde der Antrag der Gemeinde auf eine Förderung von 90% der Kosten durch das Land Mecklenburg-Vorpommern positiv bewertet.

Der weitere Verlauf

Es folgte die Kommunalwahl 2019 und eine Veränderung der politischen Verhältnisse. Im Haushalt für das Jahr 2020 war die Anschaffung des Fahrzeugs nicht mehr vorgesehen.

In der Gemeindevertreterversammlung vom 27.09.2021 machte Herr Kraatz während der Beratungen zur Anschaffung eines anderen Tanklöschfahrzeugs darauf aufmerksam, dass die Gemeinde die Löschwasserbereitstellung nicht aus den Augen verlieren dürfe. Frau Marx wies darauf hin, dass ein Brandschutzbedarfsplan in Ausarbeitung sei.

Der besagte Brandschutzbedarfsplan wurde auf der Gemeindevertreterversammlung vom 29.11.2021 vorgestellt. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Löschwasserversorgung weiterhin ein Problem sei. Des Weiteren wurde auch angemerkt, dass nicht nur die drei oben genannten Orte ein Problem mit der Löschwasserversorgung hätten, sondern lediglich Babst und Glasin ausreichend versorgt seien.

Der genannte Plan lässt sich hier einsehen:

Konkret werden dort auf Seite 47 die Standorte für Löschwasserentnahmestellen bewertet:

OrtsteilErgebnisse der Fallstudien
Babst✅ausreichend
Glasin✅ausreichend
Groß Tessin⚠️teilweise ausreichend
Perniek❌nicht ausreichend
Pinnowhof❌nicht ausreichend
Poischendorf⚠️teilweise ausreichend
Strameuß❌nicht ausreichend
Warnkenhagen❌nicht ausreichend

Fazit

Das Problem der Löschwasserversorgung in unserer Gemeinde ist noch immer ungelöst, obwohl bereits im Jahr 2019 eine mögliche Lösung ausgearbeitet, alle notwendigen Beschlüsse zur Anschaffung gefasst und die Finanzierung vollständig gesichert war.



			

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